75 Jahre URV: Wirtschaft trifft Kultur auf dem Domplatz
Am 31. Juli versammelten sich in lockerer Atmosphäre rund 100 Gäste im Festzelt auf dem Verdener Domplatz, um gemeinsam ein besonderes Jubiläum zu feiern: 75 Jahre Unternehmensverband Rotenburg-Verden.
URV-Präsident Uwe Körner und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann hoben in ihren kurzen, pointierten Reden die Bedeutung des Verbands für die regionale Wirtschaft hervor. Körner dankte besonders seinem Vorgänger Wolfgang Reichelt, der den URV über vier Jahrzehnte lang mitgeprägt hatte – ab 1992 als Vorsitzender und von 1994 bis 2024 als Präsident.
Für eine originelle Note sorgte das Grußwort des Unternehmerverbands Niedersachsen (UVN): Anstelle einer klassischen Rede wurde ein eigens komponierter Song über die Musikanlage eingespielt. Mit augenzwinkernden Textzeilen und schwungvoller Melodie brachte der musikalische Beitrag nicht nur die Botschaft des UVN auf den Punkt, sondern sorgte auch für einige Schmunzler im Publikum.
Das neue Präsidium legt verstärkt Wert auf persönlichen Austausch. Dieser Wunsch nach mehr Vernetzung – gerade zwischen Unternehmen aus Verden und Rotenburg – wurde auch von den Gästen mehrfach geäußert. Körner resümierte zufrieden: „Unser Ziel eines offenen, lebendigen Abends mit vielen Gesprächen ist voll aufgegangen. Und wer weiß – vielleicht konnten wir auch neue Unternehmen für den URV begeistern.“
Nach einem Flying Buffet ging es für die Gäste auf das Gelände der Domfestspiele. Produktionsleiter Volker Schwennen gab Einblicke in das Projekt: Seit 1998 finden die Freilichtaufführungen alle drei Jahre auf dem Domplatz statt – getragen von rund 150 Ehrenamtlichen und einem professionellen Kreativteam, das eine Produktion mit einem finanziellen Volumen von rund 500.000 Euro meistert. Ziel ist es, regionale Geschichte lebendig zu erzählen – inklusiv, partizipativ und mit künstlerischem Anspruch.
Im Anschluss präsentierten die Darsteller einen kurzen Auszug aus dem aktuellen Stück Die Zündholzfrau. Der künstlerische Leiter Hans König führte in die Geschichte ein: Im Zentrum steht der fiktive Unternehmer Willibert Stendel, der um 1878 in Verden eine Zündholzfabrik betreibt und zugleich als Theaterleiter aktiv ist. Während er mit gesellschaftlichen Erwartungen und einer anspruchsvollen Ehe ringt, wächst der Arbeiterwiderstand in seiner Fabrik – angeführt von Klara und Otto. Eine geheime Affäre entfacht Konflikte zwischen Liebe, Macht und Verrat. Die emotionale Geschichte wird mit über 100 Mitwirkenden als opulentes Freilichttheater auf die Bühne gebracht.
Aus den Reihen der Darstellerinnen und Darsteller der Domfestspiele hörte man nur positive Stimmen. Mögliche Sponsoren bekamen so einen exklusiven Eindruck hinter die Kulissen, es gab viele Gespräche, in denen ein großes Interesse an den Verdener Domfestspielen gezeigt wurde. Auch für die Mitwirkenden selbst ergab sich die Möglichkeit, die Domfestspiele aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen.
Geschäftsführer Jürgen Esselmann zeigte sich sehr zufrieden: „Eine fröhliche, entspannte Stimmung, inspirierende Begegnungen – ein Abend, der schön in Erinnerung bleibt. Mein Dank gilt besonders dem Ensemble der Verdener Domfestspiele, das unsere Gäste mit großer Leidenschaft begeistert hat.“
Zurück im Festzelt klang der gelungene Abend gegen 23 Uhr bei Gesprächen und guter Stimmung aus.